Was kostet mich die Bequemlichkeit?

Unsere Bequemlichkeit kann uns im Monat oder aufs Jahr gesehen ganz schön was kosten. In den meisten Situationen merken wir das noch nicht einmal, weil es in unserem Alttag bereits so tief verwurzelt ist. Was genau meine ich mit Bequemlichkeit: Es geht nicht um das Thema „nichts tun“, sondern um Dinge, die man selber ohne viel Arbeit erledigen könnte oder durch Faulheit entstehen – eben wegen der Bequemlichkeit!

Bequemlichkeit

Deine, meine oder unsere Bequemlichkeit wird von den unterschiedlichsten Dienstleister gefördert – mit Bequemlichkeit lässt sich Geld machen. Die unangenehmen oder kleine Aufgaben werden von Unternehmen für uns erledigt oder abgenommen und wir können uns entspannt zurücklegen. Aber die Bequemlichkeit hat ihren Preis, die sich auf das Jahr hoch summiert.

Nun werden einige dagegen Argumentieren mit der Zeitersparnis. Ja, aber war machst du während dieser Zeitersparnis? Nur die wenigsten profitieren durch diese Zeitersparnis. Denn nur wenn man einen Mehrwert durch diese Zeitersparnis erhält, rechtfertigt es die Bequemlichkeit …

Letzte Woche habe ich mich mit einem Freund aus dem dem Fitnessstudio unterhalten. Das Thema war, wie er Geld sparen könne. Und da kommen wir auch schon direkt zum ersten Beispiel.

Frühstück vom Bäcker und Mittagessen beim Imbiss

Er erzählte mir, dass er an jedem Arbeitstag vor Beginn der Arbeit zum Bäcker fährt und sich ein fertigbelegtes Brötchen holt. Weil er morgens nicht aus dem Bett kommt und anschließend auch keine Lust hat etwas zu frühstücken oder sich ein Brot fertigzumachen. Vom Bäcker ist es einfacher und bequemer. Das geschmierte Brötchen vom Bäcker für das Frühstück kostet ihn ca. 3 Euro. Hört sich erstmal nicht viel an – wofür soll ich wegen 3 Euro mir das Brötchen selber schmieren?

  • Kommen wir zum Rechenbeispiel: 20 Arbeitstage x 3 Euro = 60 Euro im Monat und im Jahr summiert sich die vermeintlich kleine Summe auf 720 Euro.
  • Was würde das Frühstück im Vergleich kosten, wenn man es selber machen würde: Das Brötchen beim Bäcker kostet 25 Cent, eine Scheibe Wurst und Käse ca. 30 Cent, dazu etwas Remoulade und ein Blatt Salat bei ca. 5 Cent. Das würde insgesammt 60 Cent kosten und der Arbeitsaufwand liegt dabei vielleicht bei 3-5 Minuten? Somit würde man hierdurch 576 Euro im Jahr sparen können.

Weiter erzählte er mir, dass er während der Mittagspause etwas von Lieferservice bestelle, beim Imbiss oder Mittagstisch beim Restaurant was esse. Manchmal geht es aber auch nicht anders, wenn er beim Kunden ist (was auf völlig in Ordnung ist – wenn es die Zeit mal nicht zulässt – aber es sollte nicht zur Gewohnheit werden). Für den Mittag bezahlt er im Durchschnitt 15 Euro.

  • Kommen wir auch hier zum Rechenbeispiel: 20 Arbeitstage x 15 Euro = 300 Euro im Monat und im Jahr summiert sich die vermeintlich kleine Summe auf 3600 Euro.
  • Was wäre, wenn er während der Mittagspause das mitgebrachte Essen, welches er am Vortag zubereitet hat essen würde: Ein Mittagessen für eine Person würde bei maximal 5 Euro liegen, vielleicht auch etwas weniger. Der Aufwand hierfür würde deutlich höher ausfallen – ca. 30 Minuten sollte man dafür einplanen. Ersparnis würde hier aber bei 2400 Euro im Jahr liegen.

Die Gesamt-Ersparnis beim Essen, wenn man es selber macht oder kocht würde im Jahr bei knapp 3000 Euro liegen. Nicht nur das es gesünder ist, selber zu kochen – es schont zu dem auch den Geldbeutel.

Kleine Fahrten mit dem Auto

Heute morgen habe ich mich mit meinem Geschäftspartner unterhalten. Unser Weg von zuhause zum Büro beträgt ca. 1,5 km und wir fahren mit dem Auto immer hin und zurück (natürlich benötigen wir das Auto auch ab und zu, wenn wir Außerhalb ein Termin haben, deswegen macht es an den meisten Tagen auch Sinn, dass ein Auto vor dem Büro steht.)

Aber nicht nur die Fahrten zum Büro, sondern verschiedne kleine Fahrten bis zur einer Gesamtstrecke (Hin- und Rückfahrt) von ca. 5 km sind normalerweise unnötig. Zudem ist es auch Gesund, einige Metern zu Fuß zu machen oder das Fahrrad zu nutzen.

Natürlich kann man nun wieder dagegen argumentieren mit, diese kleinen Strecken fallen kaum in die Gewichtung. Doch gerade diese kleine Fahrten summieren sich enorm und werden deshalb von vielen unterschätzt.

Machen wir ein Rechenbeispiel: 100 km würden uns an Kraftstoff (Diesel) ca. 7 Euro kosten. Aber halt – zur Berechnung gehört weit mehr, Verschleiß, Versicherung, Inspektion, etc.. In meinem Beitrag „Autokauf trotz Vermögensbildung“ habe ich die Kosten für ein Auto dargelegt. Ein BMW (Bj. 2013) kostet mich demnach ca. 270 Euro im Monat (bei einer Nutzungsdauer von 5 Jahren). 100 km kosten mich laut meiner Rechnung also 27 Euro. Rechnen wir aber mit mit 30 Cent pro Kilometer (diesen Wert nimmt das Finanzamt bei der Kilometerpauschale). Dann würden wir für 5 km also 1,50 Euro bezahlen.

Da sich diese Fahrten im Monat meisten sehr schnell häufen. Nehmen wir eine so eine Fahrt pro Tag an. Das wären im Monat 45 Euro an Kosten. Summiert auf ein Jahr sind es schon 540 Euro. Das Auto öfters stehen lassen, würde sich demnach schon lohnen und zudem tut man etwas Gutes für seine Gesundheit (eine eindeutige win-win Situation).

Zusammenfassung – das kostet die Bequemlichkeit

Durch die Bequemlichkeit (Faulheit) gibt man sehr viel Geld aus. Die Bequemlichkeit kostet eben sehr viel Geld. Die Ersparnis kann bei jeden etwas anders Ausfallen – aber es können durchaus mehrere Hundert Euro zusammenkommen. Dieses Geld kann man mit wenigen Änderungen sparen und somit auch seine Sparquote im Monat deutlich erhöhen, wodurch man sein Ziel der finanziellen Freiheit näher kommen kann.

Natürlich kann eine Bequemlichkeit und die dazugehörige Geldausgabe auch gerechtfertigt sein – dies muss aber jeder für sich selber ausmachen.

Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast. (Marc Aurel)

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