Aktien / ETFs vs. Rentenversicherung

Bevor ich zum eigentlichen Thema aushole ein kleines Vorwort zum Tätigkeitsfeld und meiner Person. Ich bin seit 2010 hauptberuflich im Bereich Online Marketing / SEO selbständig. Im November / Dezember 2012 habe ich eine fondgestützte Rentenversicherung (200 €) und eine Basisrentenversicherung (50 €) mit einer jährlichen Erhöhung abgeschlossen. Das ganze soll bis Dez. 2050 laufen. Die Basisrentenversicherung kann ich in der Steuererklärung zum größten Teil als Kosten anrechnen.

Aktien vs Rentenversicherung

Jetzt möchte ich einfach mal aufzeigen – und da bin ich selber mal gespannt, was nun effektiver ist. Die eigenen Finanzen selber in die Hand zu nehmen, oder sich auf die Banker verlassen. Das werden wir nun in diesen Beitrag feststellen.

Fondgestützte Rentenversicherung

Die fondgestützte Rentenversicherung habe ich im Dezember 2012 abgeschlossen – nun haben wir Februar 2018. Das heißt ich habe bereits 12.600 Euro in diese Rentenversicherung in den letzten 5 Jahren eingezahlt.

Die Laufzeit beträgt 38 Jahre – in dieser Zeit wird 91.200 Euro eingezahlt. Die garantierte Kapitalabfindung beträgt hier genau 91.200 Euro (dem eigezahlten Kapital), die mögliche dagegen wird bei ca. 296.000 Euro festgelegt. Die garantierte monatliche Rente beträgt 327 Euro und die mögliche monatliche Rente liegt bei ca. 900 Euro.

Fondgestützte Remtemversicherung

Basisrentenversicherung

Die Basisrentenversicherung habe ich gleichzeitig mit der fondgestützten Rentenversicherung abgeschlossen. Die Laufzeit beträgt hier ebenfalls 38 Jahre bis Dezember 2050. Schauen wir hier mal, was wir bisher investiert haben. Laut dem letzten Auszug sind es 2.060 Euro (Stand 30.11.2017). Eingezahlt habe ich bisher in den 5 Jahren ca. 3320 Euro. Hier habe ich bereits 1260 Euro an Gebühren zahlen müssen. Das sind 38% von meinem eingezahlten Betrag.

Machen wir die Rechnung weiter … Zurzeit steht mein Beitrag bei 63,82 € monatlich. Gehen wir nun davon aus, das wir diesen nicht mehr um 5% jährlich erhöhen. Somit kommen wir auf ein Deckungskapital in Höhe von ca. 33.800 Euro und einer garantierten monatlichen Leistung von 114 € und einer möglichen monatlichen Leistung von 169 € ab Dezember 2050.

Basisremtenversicherung
Basisremtenversicherung

Zusammenfassung meiner Rentenversicherungen

Aus der fondgestützten Rentenversicherung würde ich ab 2050 (nach 38 Jahren) eine monatliche garantierte Summe von 327 € und eine mögliche Summe von ca. 900 € erhalten, dazu kommt die Basisrente mit einer garantierten monatlichen Leistung von 114 € und einer möglichen monatlichen Leistung von 169 €. Zusammengefasst kann  man sagen, dass ich ab Renteneinstieg durch diese beiden Rentenversicherungen eine garantierte Gesamtsumme von 441 € und einer möglichen Gesamtsumme von 1069 €.

Hier würde ich vielleicht den Durchschnitt nehmen, dass wären dann 755 Euro. Aber, ich könnte demnach alles zwischen 441 € und 1069 € als monatliche Privat-Rente erhalten. Eingezahlt hätte ich bis dahin dann für die fondgestützte Rentenversicherung 91.200 Euro und für die Basisrente 28.600 Euro. Das wären knapp 120.000 Euro in den 38 Jahren.


Wenn wir nun zur Entnahme kommen …  Rechnen wir mit dem Durchschnitt von 755 € der Privat-Renten. Die Lebenserwartung für mein Jahrgang wäre laut Statista ca. 70 Jahre. Finde ich etwas wenig und ich denke das wird sich in den nächsten Jahren weiter nach oben korrigieren. Im Schnitt liegt die Lebens-Erwartung für einen Mann in den Jahren 2050 – 2060 bei ca. 84 Jahren. Also nehmen wir einmal 70 und einmal 84 Jahre für die Rechnung.

Entwicklung der Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland nach Geschlecht in den Jahren von 1950 bis 2060 (in Jahren) Quelle: Lebenserwartung Statista.

Beim Beginn der Rentenzahlung im Dez. 2050 wäre ich 67,5 Jahre – somit hätte ich statistisch gesehen noch 2,5 Jahre oder 16,5 Jahre, wo ich die monatliche Rente meiner privaten Rentenversicherungen beziehen könnte.

Sollte ich die Rente tatsächlich nur 2,5 Jahre bis zum 70. Lebensjahr erhalten, wären es gradmal 13.230 € / 22.650 € / 32.070 €. Das wären also im Schnitt bei 755 € im Monat nach 2,5 Jahren 22.650 €. Eingezahlt hätte ih aber 120.000 (- 97.350 €).

Falls man die Rente doch etwas länger bezieht, und zwar 16,5 Jahre, so hätte man eine Summe von 87.300 € / 149.500 / 211.000 € erhalten. Hier würde man im Schnitt bei 755 € im Monat schon knapp 150.000 € erhalten (+ 30.000 €). Mit der garantierten Rente wären man aber immer noch im Minus ( – 33.000 €).

Sollten wir 16,5 Jahren tatsächlich 755 € monatlich erhalten, wären wir auf das eingezahlte Kapital (120.000 €) mit 30.000 € im Plus. Rechnen wir nun mal die Rendite aus. Im Durchschnitt würde ich in den 38 Jahren ca. 263 € monatlich in die beiden privaten Rentenversicherungen einzahlen. Daraus ergibt sich eine Rendite von 1,14 % p.a.. Aber laut Statista würde ich bereits mit 70 Jahren ins Grass beissen, wodurch ich eine Rendite von -12,892 % p.a. (negativ) hätte.

Was kann man hier nun festhalten. Ich würde 38 Jahren jeden Monat ca. 263 € in die private Rentenversicherung einzahlen (120.000 €). Sollte ich dann Glück haben und eine Rente beziehen dürfen – hier nehmen wir die durchschnittliche monatliche Rente von 755 € (alles zwischen 441 € und 1069 € möglich) an, an eine Rendite von 1,14 % erfreuen (bei 16,5 Jahren Renten-Bezug).

ETF-Sparplan

Nun machen nehmen wir die Vermögensbildung in die eigene Hände und rechnen das ganze mal mit ETFs durch. Ich selber habe bereits einen ETF-Sparplan – da poste ich auch monatlich den Status.

Als Rendite habe ich mal 7% gewählt. Zur Rendite habe ich ein weiteren Beitrag: Was ist eine realistische ETF Rendite? Im Zeitraum von 1990 bis 2015:

  • Der S&P 500 machte in dem Zeitraum von 1990 bis 2015 eine Durchschnittsrendite von ca. 9% p.a.
  • Der DAX machte in dem Zeitraum von 1990 bis 2015 eine Durchschnittsrendite von ca. 8% p.a.
  • Der MSCI WORLD machte in dem Zeitraum von 1990 bis 2015 eine Durchschnittsrendite von ca. 7% p.a.
Durchschnittliche Rendite vom MSCI World. Quelle: Finanztip.

Also nehmen wir meinen monatlichen Beitrag von 263 €. Und rechnen mit dem Sparrechner das ganze mal aus. Dann komme ich nach 38 Jahren auf das folgende Ergebnis: 565.000 Euro Endkapital, falls man die Steuern von derzeit 26,375% und den Freibetrag von 801 € berücksichtigt, wird man nach 38 Jahren bei einer monatlichen Sparrate von 263 € ein Endkapital 383.000 Euro aufweisen können.

Bei dieser Summe von 565.000 € könnte man sich in den 16,5 Jahren auf eine monatliche Summe von 2.850 € freuen. Dies ist natürlich um einiges höher als die monatliche private Rente von 755 €.

Aber auch nur bei einer Rendite von 3% wird man auf eine Summe von 220.000 Euro vor Steuern kommen. Immer noch mehr, als 1,14% bei der Rentenversicherung.

Aktien-Sparplan

Was mit einem ETF-Sparplan funktioniert, sollte auch mit einem Aktien-Sparplan gehen, oder? Das Projekt will ich demnächst starten und euch laufend auf den aktuellen Stand halten. Hier werden solide und fundamental starke Unternehmen mit Wachstumspotenzial ausgewählt, die eine Dividende zahlen. Alles weitere demnächst ….

Mein Fazit – Aktien oder Rentenversicherung

Mein persönliches Fazit lautet, dass ich meine Rente und mein Vermögensaufbau in meine eigenen Hände lege und dies nicht mehr von den Versicherungsgesellschaften oder Banken erledigen lasse. Laut der fondgestützen Rentenversicherung erhalte ich bei einer Einzahlung von 91.200 € in 38 Jahren (200 € monatlich) einen garantierten Betrag von 91.200 € und einen möglichen Betrag von ca. 296.000 €. Vielleicht erhält man dann tatsächlich etwas dazwischen (193.000 €) Aber – kann man sich darauf wirklich verlassen?… Würde ich aber die 200 € monatlich in einen MCSI World ETF investieren, hätte ich nach 38 Jahren bei 7% Rendite ein Endkapital von 430.000 €. Zudem kann man selber jederzeit entscheiden, ob man das Geld schon vor dem 67. Lebensjahr haben möchte. Für mich kommt deshalb nur ein ETF-Sparplan bzw. ein Aktien-Sparplan in Betracht.

Wer viel Geld hat, kann spekulieren. Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren. Wer kein Geld hat, muss spekulieren. (André Kostolany)

Verwandte Beiträge

Leave a comment